Qualitätsleiterkreis trifft sich beim Spar- und Bauverein

Am 18. September hat sich in unserem Haus der Qualitätsleiterkreis der DGQ (Deutsche Gesellschaft für Qualität e. V.) getroffen. Wir danken dem Leiter der DGQ Geschäftsstelle in Hamburg, Herrn Kai-Uwe Behrends, für den positiven Bericht:

Strategie und Spielzeug – wie passt das zusammen? Im LIFE-Studio (einem Lab um Lösungen/Ideen zu finden/entwickeln) des Spar- und Bauverein Hannover eG traf sich der Qualitätsleiterkreis der DGQ im Norden. Die älteste soziale Wohnungsbaugesellschaft Hannovers zeigte sich den Gästen damit auch als auch innovativste. Gamification ist im Trend, allerorten wird versucht, das Lernen von Azubi oder die Kommunikation operativer Mitarbeiter mit spielerischen Elementen zu unterstützen. Dahinter liegen wissenschaftliche Erkenntnisse, die Alltagserfahrungen unterstreichen: Mit Hand und Kopf lernt es sich nachhaltiger.

Seit einigen Jahren gibt es Erfahrungen mit Gamification auch im Top-Management. Diese Erfahrungen teilte am praktischen Beispiel Frau Prof. Dr. rer. pol. Patricia A. Adam. Die gelernte Bankerin lehrt seit 2004 an der Hochschule Hannover Betriebswirtschaftslehre, insbesondere International Management. Zudem ist sie als EFQM-Assessorin und DQS-Auditorin für Qualitätsmanagement international tätig. Im Rahmen ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit beschäftigt sie sich mit Managementsystemen, Führung und interkulturellen Besonderheiten. Sie begeistert sich besonders für innovative, co-kreative Methoden der Strategieentwicklung und ist deshalb zertifizierte Moderatorin für LEGO® Serious Play.

Die Idee entstand in fünfjähriger Forschungsarbeit seit 1996, als die beiden Professoren Johan Roos und Bart Victor bei IMD in der Schweiz und der CEO der LEGO Group Kjeld Kirk Kristiansen strategische Planungsinstrumente und -systeme erforschten. Sie entwickelten das Konzept einer sich entwickelnden, adaptiven Strategie, die die Verwendung von LEGO-Elementen als dreidimensionale Modelle von Geschäftsproblemen und Herausforderungen beinhaltete.

Um die in einer Organisation zur Verfügung stehenden Einsichten, Ideen und Phantasien auszuschöpfen, greift die Methodik in die menschliche Fähigkeit ein, sich vorzustellen – um Veränderungen und Verbesserungen einzuleiten oder sogar etwas radikal Neues zu schaffen.

Spielerisch lernt der Mensch am schnellsten und er bekommt ein besseres Bild von der Realität, wenn er seine Hände benutzt. Oft wird die aktuelle Lage einer Firma nur durch Zahlenkolonnen und Worte dargestellt. Mit LEGO kann man sie auch nachbauen. Das gemeinsame Konstruieren der „Geschäftslandschaft“ hat zwei Vorteile: Zum einen prägt sich das Bild der Organisation allen Beteiligten nachhaltiger ein, zum anderen können sich die Mitarbeiter bei dem Gemeinschaftserlebnis über etwaige Unterschiede verständigen und Szenarien durchspielen. Die Steine sind so ausgewählt, dass sie Assoziationen auslösen. Durchsichtige etwa stehen für Transparenz, Früchte für Ergebnisse, Tiere für Charaktereigenschaften. Das Geschaffene drückt nicht nur Gedachtes aus, sondern wirkt auch zurück, regt zu neuen Assoziationen an. Durch die Verbindung von Hand und Kopf werden etwa 70 bis 80% der Gehirnzellen aktiviert – es wird tatsächlich „begriffen“. In Abgrenzung zu anderen Kreativ-Methoden wird mit LEGO nicht prototypisch gearbeitet (wie etwa bei Design-Thinking) sondern rein metaphorisch.

LSP ist für viele Themen einsetzbar, z.B. für Teambuilding, Wertediskussionen, Innovationsprozesse von Produkten oder Geschäftsmodellen. Dabei bilden die individuell gebauten „Identitäten“ (also vergleichsweise kurze Einführungen) immer den Auftakt für ggf. weiterführende, gemeinsame Modelle.

Die Teilnehmer wurden zuerst mit dem Material (wieder) vertraut gemacht. Im zweiten Schritt wurden einfache, später komplexere Herausforderungen aus dem Alltag einer QM-Führungskraft dargestellt. Im Betrieb würden diese dann in weiteren Schritten zu Landschaften kombiniert, Widersprüche und Lücken herausgearbeitet, ein Diskussions- und Abstimmungsprozess angeregt.